Schlagwort: Erziehungsratgeber

  • Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Mein wütendes Kind: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

    Was soll ich machen, wenn mein Kind mich beschimpft oder haut?

    Wie soll ich auf mein wütendes Kind reagieren? Zu allererst ist es hilfreich, sich nicht angegriffen zu fühlen. Ihr Hauen oder Beleidigen ist nie Ausdruck von reiner Böswilligkeit, sondern vor allem von Hilflosigkeit!

    Ich nenne es „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach Liebe“. (Dies ist eine Aussage aus „Ein Kurs in Wundern“, Hinweis der Redaktion)

    Wenn es deinem Kind gut gehen bzw. wenn es sich nicht hilflos fühlen würde, würde es sein unerfülltes Bedürfnis anders ausdrücken. Dieses unbefriedigte Bedürfnis geht es zu ergründen und zu respektieren, was nicht heißt, es immer auch zu erfüllen.

    Euer Kind beschimpft euch

    Wenn euer wütendes Kind euch Schimpfwörter „um die Ohren haut“, könntet ihr mit Humor – auf keinen Fall mit Ironie! – darauf reagieren.

    „Was Du alles für Schimpfwörter kennst. Ich bin ich wirklich beeindruckt. Wo hast Du die denn her? Kennst Du noch mehr?

    Während ihr euer Kind die Chance gibt seine Wuttirade rauszulassen, entspannt ihr die Situation und die hochgekochten Emotionen eures Kindes. Anschließend könnt ihr entspannt damit beginnen zu erforschen, wer oder was euer Kind verletzt hat und schauen, wie ihr helfen könnt.

    Euer Kind haut euch

    Wenn euer Kind euch haut, aber noch nicht so stark ist, könnt ihr auch darauf gut mit Humor reagieren. Wichtig dabei ist, euch immer vor versehentlichen Verletzungen zu schützen und wenn möglich auch darauf zu achten, dass euer Kind sich nicht ernsthaft weh tut oder etwas euch Wertvolles dabei kaputt machen kann.

    Denn dieses würde es später, wenn es sich wieder beruhigt hat, sehr bedauern und sich „Schuldgefühle in seinen Rucksack packen“. Wir alle tragen solch einen Rucksack voller Schuldgefühle mit uns, solange wir uns nicht vergeben.

    Humorvoll könnt ihr auf sein Hauen reagieren in dem ihr ihm etwas weinerlich sagt: „Du bist ja schon richtig kräftig. Das tut ja schon richtig weh. Aua Aua. Vielleicht solltest Du warten bis Papa nach Hause kommt.

    Dem machen blaue Flecken nicht so viel aus. Mit dem kannst Du dann einen richtigen Boxkampf machen. …“ Und wenn ihr das Gefühl hat, dass hilft eurem Kind gerade nicht, haltet ein Kissen vor euch. Daran kann euer Kind dann seine angestaute Wut/Aggressionen rauslassen …

    Wenn sich euer Kind beruhigt hat und sich die Situation entspannt, könnt ihr euch auf die Suche nach der Ursache für seine Wut machen.

    Diese Ursache kann ggf. etwas länger zurückliegen und eine relativ unbedeutende Sache hat die sich angestaute Wut dann zum Ausbruch gebracht.

    Hierzu könnte Euch auch unser Beitrag „Mit Kindern schimpfen und wie ihr es besser machen könnt“ interessieren.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Familientherapeut)

    Beitragsfoto: soupstock von Canva.com
  • Was tun, wenn mein Kind haut?

    Was tun, wenn mein Kind haut?

    Stellt euch folgende Situation vor, ihr seid mit eurem Kind auf einem beliebten Spielplatz in dessen Verlauf euer Kind ein anderes haut. Die erste Reaktion könnte ein mit lauten „Beschimpfungen“ begleitetes wegreißen sein. Das ist vollkommen verständlich, nicht zuletzt, weil wir in diesem Moment so „enttäuscht“ und wütend auf unser Kind sind und befürchten als Eltern versagt zu haben und die erwartenden Reaktionen in den Gesichtern der anderen Eltern sehen oder erahnen.

    Was braucht ihr, um entspannt auf das Hauen eures Kindes zu reagieren?

    Wichtig bzw. Voraussetzung für eine unvoreingenommene und überstürzte Reaktion ist es, dass ihr euch so gut wie möglich entspannt. Und selbst dann ist es hilfreich, wenn ihr erstmal ein paar tiefe Atemzüge nimmt und so probiert euch zu beruhigen. Macht euch bewusst, „Euer Kind ist immer noch das gleiche liebenswerte Wesen, wie es bis zu dem Vorfall war“.

    Ein Grundsatz könnte euch dabei helfen. „Alles was nicht Liebe ist, ist ein Schrei nach liebe“.

    Das heißt, wenn euer Kind sich nicht kooperativ verhält und wie in diesem Beispiel ein anderes Kind haut, geht es ihm gerade nicht gut. Und dann nimmt euch doch noch einen Moment, um zu überlegen, was ihr euch als Kind in dieser Situation von euren Eltern gewünscht hättet.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr gewollt hättet, „am Boden liegend“ noch weiter attackiert zu werden, oder?

    Welche Reaktion hättet ihr euch gewünscht?

    Und so empfehle ich euch, euch bei dem geschlagenen Kind zu entschuldigen und zu fragen, ob es etwas braucht und ggf. es zu seiner Mutter/Vater zu begleiten. Anschließend geht so entspannt wie möglich auf euer Kind zu und fragt es: „So kenne ich Dich gar nicht. Was ist denn los mit Dir, was fehlt Dir, … (vermutlich weiß es das in diesem Moment selbst nicht) was hat Dich denn so verletzt, dass Du das Kind geschlagen hast?“

    Habt keine Angst, dass sich euer Kind vermutlich durch ein Verhalten oder nicht reagieren eurerseits „verletzt“ fühlte. Es war nicht eure Absicht, denn sonst wüsstet ihr es ja. Vermutlich hat euer Kind eine Grenzsetzung oder Kritik von euch, nicht damit in Übereinstimmung bringen können, dass ihr es dennoch uneingeschränkt lieb habt. Natürlich kann sich euer Kind, aber auch von einer anderen Person verletzt fühlen.

    Bedenkt dabei:
    Vor allem Kinder können eine Kritik an ihrem Verhalten nicht von ihrer „Person“ trennen!

    Ich kann mir vorstellen, dass ihr euch diese Reaktion vielleicht nicht gleich zutraut, doch gerade in solchen Situationen könnt ihr mit einem entspannten Eingreifen, viel für eine vertrauensvolle Beziehung zu eurem Kind tun. Und selbst wenn die anderen Eltern erstmal irritiert schauen, wird euer Verhalten einen bleibenden und nachdenklich machenden Eindruck hinterlassen.

    Ich wünsche euch ganz viel Mut und Vertrauen in eurer Erziehung.

    Deva

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: AlexSmith / shutterstock
  • Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen, heißt Verantwortung übernehmen

    Grenzen setzen ist so wichtig: Kinder reifen in den ersten neun Monaten im Mutterleib in einem sehr begrenzten Raum heran. Dieser gibt ihnen Wärme, Sicherheit und Geborgenheit. Zudem ist er dunkel.

    Das Baby hat es wunderbar kuschelig und wächst in einem wahren und „begrenzten“ Paradies heran. Dies wünscht es sich auch nach der Geburt weiterhin.

    Aus diesem Grund ist das Grenzen setzen wichtig.

    Die ersten Tage und Wochen

    Zum Zeitpunkt der Geburt kommt das Baby nach der häufig beängstigenden Austrittsphase durch den Geburtskanal in eine Welt, in der es hell, laut, kalt und vor allem auch sehr unbegrenzt ist.

    Die körperliche Umgrenzung der Gebärmutter ist weg und das Baby muss plötzlich atmen, hört seine Stimme und ist von der Rundumversorgung abgekoppelt.

    Jetzt kann man zwar denken, das sind doch alle sehr erträgliche Veränderungen, doch wenn man mal sich und seine Probleme mit Veränderungen umzugehen, reflektiert, merkt man, dass wir uns damit auch als Erwachsene immer noch sehr schwer tun.

    Wenn die neuen Erdenbürger dann mit ihrer Mutter nach Hause kommen (falls sie nicht zu Hause entbunden wurden) brauchen sie meistens auch noch viel Geborgenheit, wie in Form Kuscheln, Getragen werden, z.B. in einem Tragetuch, einer Babyschale oder einfach auf den Armen.

    Im Kinderbettchen schauen wir, dass wir dieses mit Kissen oder Decken verkleinern. Kinder brauchen diese fühlbaren Grenzen ihres Körpers mit ihrer Umgebung.

    Es sind diese „Grenzen“, die ihnen vertraut sind und an die Geborgenheit im Mutterbauch erinnern.  Zudem helfen sie sich selbst wahrzunehmen.

    Auch wenn nicht alle Babys gleich sind, brauchen viele von ihnen danach noch lange den „Blick- oder Stimmkontakt“ zur Mutter, um sich sicher zu fühlen.

    Die Grenzen weiten sich mit den ersten Schritten

    Wenn die Kleinen dann Laufen lernen, kann man beobachten, wie eng bzw. weit sie ihre Grenzen sehen bzw. setzen. Mit der Zeit werden sie immer mutiger und trauen sich immer größeren Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu halten.

    Dann sind es wir Eltern, die schauen, ob wir mit diesen neuen „Grenzen“ bzw. Freiräume der Kleinen umgehen können.

    In dieser Phase kommt zum Grenzen setzen immer mehr die Aufgabe des Loslassens bzw. Vertrauen dazu, die vielen Eltern, insbesondere den Müttern extrem schwer fällt.

    Diese Mütter nennt man heute Helikopter-Mütter, der Name passt zwar, hat nach meiner Meinung, aber leider einen abwertenden und weniger verständnisvollen Charakter erhalten.

    Mit dem Argument der Gefahr eines Verkehrsunfalls oder Belästigung, werden Kinder immer häufiger noch täglich zur Schule gebracht bzw. begleitet, selbst wenn es sich um einen verkehrsarmen und kurzen Fußweg handelt.

    Grenzen setzen Kleinkind an der Hand seiner Mutter

    Die Angst Grenzen zu setzen

    Aus unserer eigenen Kindheit haben viele von uns die Überzeugung mitgebracht, Grenzen sind etwas Einengendes, „Verletzendes“.

    Dabei ist es für uns Eltern viel schwerer unseren anvertrauten Kindern Wünsche abzuschlagen. Dies geschieht gerade nicht, weil sie uns nicht wichtig sind, sondern gerade weil sie und ihr Wohlergehen uns so am Herzen liegen!

    Nicht selten fällt es uns so schwerer Grenzen zu setzen bzw. „Nein“ zu sagen, weil wir unterschwellig die Angst haben, dass unsere Kinder uns dann weniger lieben könnten.

    Die Grenzen der Verantwortung von Eltern

    Mit der Geburt eines Kindes werden aus Frauen und Männern, Mütter und Väter, die nun die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder tragen.

    Das belastet Eltern nicht nur deshalb, weil sie häufig ein falsches Verständnis von ihrer Verantwortung haben.

    Vor allem, weil die Entscheidungen und ihr Verhalten nun nicht mehr nur ihr persönliches Leben und das ihres Partners beeinflussen, sondern auch das eines noch nicht allein lebensfähigen kleines Kindes. Dessen Bedürfnisse wir als Eltern nicht immer klar erkennen bzw. verstehen.

    Als Eltern übernehmen wir vor allem die Verantwortung für die Ernährung unserer anvertrauten Kinder, sowie für den Schutz vor Kälte (und Hitze) ,Nässe und soweit möglich vor Gewalt.

    Alles weitere, wie zum Beispiel die „Erziehung“ zur Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit sind hilfreiche Aufgaben. Denn da wir sie nicht wirklich beeinflussen können, tragen wir für sie auch nicht die Verantwortung, ebensowenig wie für das „Glück“ und die „Gesundheit“ unserer Kinder.

    Und so übernehmen wir mit jedem Nein bzw. jedem Grenzen setzen, Verantwortung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Die gleiche Verantwortung übernehmen wir, auch wenn es sich nicht so anfühlt, mit jedem Ja bzw. nicht Grenzen setzen.

    Die Bedeutung unsere eigenen Einstellung zu Grenzen

    Durch unsere Entscheidungen prägen wir die Wahrnehmung unserer Kinder dessen, was gut ist und was nicht. Häufig denken Eltern: „Grenzen zu setzen, ist etwas schlechtes“, doch …

    … Grenzen sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach wichtig, um unseren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu gewähren.

    Erziehung bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und beinhaltet ein ständiges Abwägen, was man dem anvertrauten Menschen (-kind) zutrauen kann und was nicht.

    Und so ist es wichtig die Grenzen entsprechend der Reife des Kindes, welche nicht immer mit dem Alter einhergeht, weiter zu stecken.

    Die Trotzphasen sowie die Pubertät, eine extreme „Trotzphase“ werden durch Entwicklungsschüben, die zum Teil durch Hormone gesteuert werden, ausgelöst.

    Diese beeinflussen die Wahrnehmungen und unsere Gedanken über die „Welt“. Sie helfen Kindern eigenständige Persönlichkeiten zu werden, indem sie sich von den Überzeugen und Ansichten ihrer Eltern immer mehr lösen.

    Und so auch ihre eignen Grenzen definieren. Hierzu kann ich euch meinen Beitrag „Pubertät ist, wenn Eltern anfangen schwierig zu werden„auf dem Familymag.net empfehlen.

    Grenzen setzen - Kind bekommt eine Spritze vom Arzt

    Die Grenzen unserer Kinder überschreiten

    Vor allem bis zur Jugend kommen Eltern immer wieder mal in die Situation über die Grenzen ihrer Kinder gehen zu „müssen“. Und dies besonders dann, wenn unsere Kinder schwerer erkranken oder einen Unfall haben.

    Denn bis zum Kindesalter wollen unsere Kleinen nur extrem ungern Medizin einnehmen oder sich gar Spritzen geben lassen.

    In diesen Fällen stehen Eltern vor einer sehr schweren Entscheidung. Wollen Sie den Willen ihrer Kinder befolgen oder sich darüber hinwegsetzen und damit über deren Grenzen gehen.

    Hier scheint es noch relativ klar zu sein, wie man sich entscheiden soll. Doch warten sie ab, bis sie ihrem Baby eine „bittere“ Medizin einflössen müssen während es schreit, weint und sich mit Händen und Füßen um sich schlagend wehrt.

    Wenn wir keine Grenzen setzen, versuchen wir nur uns aus unserer Verantwortung zu stehlen.

    Gefahrenhinweise und ggf. Hilfestellungen geben

    Wir alle kenne die Sprüche „Steigt nicht in fremde Autos“, „Spielt nicht mit dem Feuer“, „Schaut nach links und rechts (und wieder links), wenn ihr über die Straße geht“, (…).

    In solchen Situationen ist es uns häufig nicht bewusst, doch auch in diesen setzen wir unseren Kindern Grenzen.

    Hier ist es für uns Eltern nur leichter zu erkennen, dass wir sie zum Schutz unserer Kinder setzen. Genauso ist es an sich immer, wenn wir ihnen Grenzen setzen.

    Wenn wir Eltern selber gestresst sind, sind unsere Grenzen allerdings nicht immer so angemessen. Genauso wenig wie unser Ton, unsere Gestik und Mimik (siehe Beitragsfoto).

    In diesem Zusammenhang findet ihr in unserem bindungsorientierten Erziehungsratgeber „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ noch sehr viele hilfreiche Tipps (Hinweis der Redaktion).

    Nichtsdestotrotz ist es gerade bei solch „unbewussten Grenzen“ wichtig, diese immer wieder mal zu überdenken. Denn die Welt verändert sich fortlaufend und manche grenzsetzende Hinweise, die damals ihre Richtigkeit hatten, haben sie heute nicht mehr und umgekehrt.

    Und welche die früher nicht wichtig waren, sind es heute, wie z.B. „Spielt nicht auf der Straße“. Vor 50 Jahren konnte man die Autos auf der Straße in einer Stunde noch an einer Hand abzählen.

    Ziele der „Erziehung“ bzw. des Grenzen setzens

    Eins der wichtigsten Ziele in der „Erziehung“ sollte es sein, unsere Kinder gerade nicht zu erziehen und stattdessen Hilfestellung anbietend zu begleiten und dem, wenn auch häufig unbewussten Versuch zu widerstehen, sie uns oder unseren Idealvorstellungen ähnlich zu machen.

    Wir sollten unsere Energie lieber darin investieren ihnen durch das Setzen von Grenzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie sich geliebt fühlen und sich und die Welt erfahren und erkunden können.

    Mit dem Heranreifen der Kinder kommen die Ziele den Willen, den Körper und das Eigentum anderer zu respektieren hinzu.

    Ich wünsche allen Eltern und werdenden Eltern den Mut und Vertrauen ihren anvertrauten Menschenkindern Grenzen entwicklungsgerecht zu setzen.  Und sie zu ermuntern sich und ihre eigenen Grenzen zu erkunden und dabei gleichzeitig immer mehr loszulassen.

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Euer Deva (Babytalk-Redaktion)

    Beitragsfoto: Iakov Filimonov / shutterstock
    Foto 1: cha cha cha studio / shutterstock
    Foto 2: Rido / shutterstock
  • Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern

    Die Aussage „Glückliche Kinder brauchen glückliche bzw. entspannte Eltern“ ist die einfache und simple Wahrheit, welche als Leitfaden für die „Erziehung“ unserer Kinder stehen könnte bzw. sollte. Und mittlerweile kann man diesen Erziehungsratgeber überall erhalten.

    Bedürfnisse von Kindern und Eltern

    Wer wünscht sich keine glücklichen Kinder und dabei auch noch selber glücklich zu sein? Doch wie soll das gehen? Unsere Kinder sind doch das Wichtigste in unserem Leben. Und sie brauchen uns doch fast 24 Stunden am Tag, vor allem wenn sie noch klein sind.

    Das stimmt. Und doch sollten wir Eltern uns eines immer vor Augen halten, unsere Kinder wünschen sich (und brauchen!) glückliche und entspannte Eltern, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Natürlich macht die Geburt eines Kindes, vor allem wenn es gesund ist, uns glücklich, ist dies in aller Regel eher ein vorübergehendes Gefühl. Zudem ist es nicht die Aufgabe von unseren Kindern uns glücklich zu machen. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

    Wir wünschen uns für unsere Kinder Zeit zum Spielen, die Seele baumeln lassen und ganz viele weitere glückliche Momente. Und da Kinder nun mal am meisten durch Nachahmen lernen, liegt es an uns, es ihnen vorzumachen bzw. vorzuleben.

    Glückliche Kinder – Wie soll das funktionieren?

    Ein erster Schritt könnte darin bestehen, wieder wahr-zu-nehmen, was wir für Bedürfnisse habe. Diese anzunehmen und zumindest immer wieder einige von ihnen zu befriedigen, hilft uns zu entspannen. Und auch wieder auf die kleinen „wundervollen“ Dinge im Leben aufmerksam zu werden. Diese sind es, die uns glücklich machen.

    Unsere Bedürfnisse zeigen uns immer was uns fehlt. Und wenn dieses Mangelgefühl zu lange anhält, werden wir immer gereizter und aggressiver. Was in der Regel unsere Partner und nicht zuletzt unsere Kinder abbekommen. Was diese besonders verwirrt und verängstigt.

    Wir können solch ein „Fehlverhalten“ zwar nicht ausschließen, da wir uns diesem nicht immer bewusst sind, doch wir können anschließend zu unseren Kindern hingehen und uns entschuldigen und ihnen mitteilen, warum wir so gereizt reagiert haben.

    Ich muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden

    Dadurch lernen Kinder eines der wichtigsten Ding im Leben. „Man muss nicht perfekt sein und darf Fehler machen und wird trotzdem geliebt.“

    Eine „Falle“ in die Eltern oft reinfallen, ist es, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu lange über ihre eigenen zu stellen. Dabei geht es darum, neben den Grundbedürfnissen unserer Kinder, wie Nahrung und Sicherheit, zuerst unsere Bedürfnisse zu erfüllen und dann, wenn wir uns wieder unsere Akku wieder aufgefüllt haben und uns wohl fühlen gerne und aus Liebe zu unseren Kindern zurückzustecken. Aber nicht aus Angst davor „eine Rabenmutter“ oder schlechter Vater zu sein.

    Das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse darf nicht zur „Routine“ werden. Wenn dies geschieht, geben wir nicht mehr aus Liebe, sondern opfern uns auf. Und dann leben wir unseren Kindern genau das vor.

    Zudem übernehmen unsere Kinder dann sehr schnell die Verantwortung für unser „Wohlbefinden“, was ihnen so wichtig ist und stellen gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

    Wollen wir das?! Und was würden wohl unsere Kinder wollen?

    Voraussetzungen zum Glücklich sein

    Ich gehe davon aus, dass eine der Voraussetzungen zum glücklich sein darin besteht, Kontakt zu unseren Gefühlen zu haben, anders ausgedrückt wir brauchen Kontakt zu unserem inneren Kind.

    Dazu ist nicht selten Mut notwendig, Mut unser Herz wieder aufzumachen bzw. „zu lernen uns wieder verletzlich zu machen“. Wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und ihm Raum zum Spielen geben, dann gehen wir im Spielen auch viel mehr auf unsere Kinder und deren Spiele ein. Das sind Momente, die wir und unsere Kinder brauchen und lieben.

    Unsere inneren Kinder zeigen sich bei uns Erwachsene in unseren Bedürfnissen, wie Ruhe, Aufregung, Leidenschaft, etc. In diesem Zusammenhang sagt man auch „beim Sex spielen unsere inneren Kinder“. Dazu gehört vor allem Zeit für sich, für die Partnerschaft und auch mal Abstand von den Kindern.

    Wenn wir in Kontakt mit ihnen bzw. unseren Gefühlen sind, sind wir authentisch. Das spüren unsere Kinder. Es gibt ihnen Sicherheit, weil dann das, was sie bei uns wahrnehmen und das, was wir sagen, übereinstimmt.

    Die Wahrnehmung von Kleinkindern

    Denn sie erlernen als erste Kommunikation die Gefühle ihrer Eltern/Mitmenschen wahrzunehmen und zu „deuten“. Und später, wenn sie unsere Worte verstehen, irritiert es sie, wenn diese nicht mit der Wahrnehmung der Gefühle übereinstimmen.

    Und da unsere Kinder vor allem durch „Nachahmung“ lernen, werden sie mit der Zeit auch immer mehr Worte sagen, die nicht mit ihren Gefühlen übereinstimmen“, dies wird auch als Täuschung / Maske aufsetzen bezeichnet. Wollen wir das?

    Unsere Bedürfnisse müssen zwar nicht alle „ausgelebt“ werden, doch sie wollen „gehört“ und akzeptiert werden. Je mehr wir diese annehmen, umso weniger ablehnend werden wir den Bedürfnissen unserer Kinder gegenüber und sind in der Lage verständnisvoller auf diese zu reagieren.

    Eine Ablehnung ihrer Wünsche verstehen Kinder immer als ein „Nicht richtig sein“ bzw. „Nicht liebenswert zu sein“. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass gleichzeitig die Bedürfnisse der Eltern, die in ihrer eigenen Kindheit abgelehnt wurden, eine Art Heilung erfahren.

    Warum brauchen glückliche Kinder entspannte Eltern?

    Wenn wir gut für unsere Bedürfnisse sorgen, sind wir wesentlich ausgeglichener, was unsere „Schmerzgrenze“ höher setzt und wir entspannter auf Dinge reagieren können, die uns „gegen den Strich gehen“. Dann erhalten unsere Kinder, umso mehr das, was sie sich wünschen, so geliebt zu werden, wie sie sind.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Werbung: Unser Buch

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist.

    Beitragsfoto: Liderina / shutterstock