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  • Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschalluntersuchung

    Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschalluntersuchung

    Geschlechterbestimmung: Das Geschlecht ist aktuell ein heißes Thema. Gefühlt dreht sich alles um Gendermarketing, RosaBlauFalle und die Frage danach, wann endlich das veraltete „zwei Geschlechter-System“ aufgebrochen und revolutioniert wird.

    Im krassen Gegensatz dazu gibt es auf der anderen Seite eben Menschen, für die alles noch ganz einfach ist: Entweder das Baby gehört zu #TeamRosa oder #TeamBlau. Junge oder Mädchen. Kaum ist das Geschlecht bekannt, gibt es Freudentränen. Oder eben auch nicht.

    So wie bei mir. Da war nämlich kurzzeitig das blanke Entsetzen. Der reinste Schock.

    Im Traum sah ich ein Mädchen

    Warum? Angefangen hatte es schon bei meiner ersten Tochter. Nachdem überraschenderweise bekannt wurde, dass ich schwanger war, wurde ich mit den üblichen Fragen konfrontiert: Wie weit bist du schon? Ist es geplant? Junge oder Mädchen?

    Interessanterweise war ich mir bei meiner Großen direkt sicher: Das ist ein Mädchen. Es gibt eine Nacht, da habe ich von einem Mädchen mit wunderschönen, langen Haaren in einem Kleid geträumt, dass über eine Wiese getanzt ist.

    Nach dem Aufwachen war mir sofort klar: Das war meine Tochter. Mein Baby wird ein Mädchen.

    Geschlechterbestimmung: Besser als 85 Prozent wird es nicht

    Die Frauenärztin jedoch war sich nie sicher. Nach dem ersten großen Ultraschall hatte sie eine Tendenz: „Das Baby ist zu 60 Prozent ein Mädchen, aber ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen“. Musste sie auch nicht.

    Mein Bauchgefühl wusste ja bereits Bescheid. Es wird ein Mädchen. Ende. Gegen Ende der Schwangerschaft wurden die Schätzungen zwar zielsicherer, aber niemals klar. Am Tag der Geburt war meine Tochter zu „85 Prozent ein Mädchen“.

    Im Kreißsaal war die Spannung für alle Anwesenden groß. Ich wusste, dass mein Bauch mich nicht täuschen würde. Als der Arzt sie in den Händen hielt, hat er mich kurz geschockt: „Ah wie schön, Sie haben ja einen Jungen erwartet, oder? – Kleiner Spaß, es ist ein Mädchen!“. Uff, die zwei heftigsten Sekunden meines Lebens.

    Immerhin war das komplette Kinderzimmer rosa und sämtliche Klamotten hatten Hello Kitty und Co. aufgedruckt. Das wäre schon recht amüsant geworden. Meine Große ist übrigens mittlerweile knapp 5 Jahre alt, hat Haare bis zum Po, trägt nur Kleider und tanzt für ihr Leben gern…

    Geschlechterbestimmung – Bauch vs. Ultraschall

    Als ich dann mit meiner jüngeren Tochter schwanger war, wusste mein Bauch Bescheid: Mädchen. Diesmal habe ich von einer recht schnellen, fast schmerzfreien Geburt geträumt. Im Arm hielt ich anschließend mein süßes MÄDCHEN.

    Mir war klar, dass mein Bauch wieder die korrekte Prognose abgegeben hatte. Allerdings war die Frauenärztin da anderer Meinung. Nachdem ich im Kopf bereits meine beiden Mädchen gemeinsam spielen, kuscheln und toben sah, hieß es: „Es wird ein Junge!“.

    Ich war platt. Sollte mein Bauch sich diesmal so heftig geirrt haben? Sind die Bilder in meinem Kopf, meine Träume alle falsch? Uff, ich musste schlucken. Für mich war das Baby in meinem Bauch ein Mädchen.

    Junge oder doch Mädchen: Ich hatte nur einen Mädchen-Namen. Im Kopf war ich nicht bereit für „Junge“. Mein Kopf hat blockiert, da mein Bauch weiterhin „Mädchen“ ausgestrahlt hat.

    Ich war verwirrt. Traurig. Enttäuscht von meinem Bauchgefühl, dass mich scheinbar betrogen hatte. Was war mit meinem Bauch los? Warum hatte ich all diese Bilder im Kopf?

    Irgendwie konnte ich mein Bauchgefühl aber nicht loslassen. Statt nach Jungennamen zu suchen und neue Klamotten zu shoppen, habe ich meinem Mann gesagt, wir warten ab. Das Gefühl ließ mich nicht los.

    Und dann war der Schniepel plötzlich weg

    Nach einigen Wochen des Wartens stand die nächste, große Untersuchung an. Der 3D-Ultraschall. Und dann sprach die Ärztin ganz selbstverständlich von einem Mädchen.

    Ich musste nochmal nachfragen: Es wird ein Mädchen? Ja.

    Sie sah mich fragend an. Scheinbar ist es nicht üblich, sich über ein zweites Mädchen zu freuen. Ich muss in dem Moment wohl ziemlich verrückt ausgesehen haben, weil ich fast vom Stuhl getanzt wäre.

    Die Prognose Mädchen hielt sich in der restlichen Zeit. Doch was war mit dem Schniepel passiert? Das Stummelchen, was sie wohl mit einem Penis verwechselt hatte, schien ein Teil der Nabelschnur gewesen zu sein, was sich in den Ultraschall gemogelt hatte.

    Egal. Ich war einfach froh, dass mein Bauch mich nicht im Stich gelassen hatte und erneut richtig lag. In ALLEN Punkten. Die Geburt verlief relativ schnell:

    Die Schmerzen waren ohne PDA erträglich und vor allem, war ICH dieses mal die erste, die mein Baby im Arm hatte. Ich konnte im aufrechten Vierfüßler gebären und mein Baby direkt auf mich legen.

    Es war das schönste Gefühl, was ich jemals hatte. „Du siehst so glücklich aus“, waren die ersten Worte meines Mannes. Und das war ich. Glücklich über das wunderbar perfekte Baby. Und vergessen war das hin und her der Geschlechterbestimmung.

    Glücklich, dass ich mich auf mein Bauchgefühl einfach wieder verlassen konnte.

    Eure Yasmin (Babytalk-Autorin)

    Beitragsfoto: Dragon Images / shutterstock
    Pinterest: Dragon Images & Veronika Galkina / shutterstock
  • Junge oder Mädchen – Was soll es werden

    Junge oder Mädchen – Was soll es werden

    Junge oder Mädchen

    Wir dürfen euch unserer neue Autorin Katharina Müller-Sanke vorstellen. Katharina ist Journalistin und Zweifachmama, Gelassen-Nehmer und Achtsam-Erzieher, kreativ und ein bisschen chaotisch. Auf Kinderleute schreibt sie über starke Kinder und fröhliche Leute, über Themen die bewegen, berühren und oft auch zum Lachen bringen. Hier schreibt sie ihre Erfahrungen mit dem Geschlechterwunsch: Junge oder Mädchen.


    „Egal was es wird – Hauptsache gesund“ ist der Klassiker, den werdende Eltern hören und auch sagen, wenn es um das Geschlecht ihres Kindes geht. Dennoch werden die meisten von uns nicht verleugnen, dass ihnen ein Geschlecht schon näher wäre als ein anderes. Bei uns war das ein Junge.

    Wir hatten irgendwie mit einem Jungen gerechnet. Mit „Mädchenkram“ kann mein Mann nicht viel anfangen. Prinzessinnenkleidchen und vor allem Zickigkeit – das ist nicht sein Ding. Vermutlich hat es auch was mit Identifikation zu tun. Männer haben keine Ahnung von Mädchen, so empfand es mein Mann. Männer verstünden „Mädchen“ schon nicht, wenn sie erwachsen sind. Warum sollte es bei einer Tochter anders sein?

    Und dann ist es doch ein Mädchen geworden

    Erst war mein Mann total erschrocken als ich ihm davon erzählte, dass wir vermutlich ein Mädchen erwarteten. Er hatte vor seinem inneren Auge schon durchgespielt, wie er mit seinem Sohn zum Sport gehen, wie sie ringen würden, klettern und schnitzen. Nun verwischte ein rosa Tütü seine Vorstellung und er nahm Abschied.

     Egal ob Junge oder Mädchen, ein Abschied ist unausweichlich

    Ja, es ist ein Abschied. Solange wir nicht wissen, welches Geschlecht unser Baby hat, stellen wir uns tausend Situationen vor. Wir können uns das Leben in allen Farben ausmalen. Und dann, sobald wir wissen, welches Geschlecht das Kind hat, müssen wir uns auch von dem Geschlecht verabschieden, das das Kind nicht hat.

    Zu erfahren, dass man ein Mädchen bekommt, bedeutet auch, dass es kein Junge wird. Wird es ein Junge, so wird man das Mädchen in der eigenen Vorstellung nicht bekommen. Der traurige Aspekt im Schönen.

    Wie Mädchen wirklich sind

    Mädchen und Jungs sind gleichermaßen Kinder. Ja, es gibt Dinge, die sind typisch Jungs oder typisch Mädchen. Dennoch: In den wichtigen Dingen kommt es auf das Geschlecht nicht an. Die meisten Kinder lieben Dinge, die Papas mit ihnen machen: Im Dreck spielen und auf Bäume klettern zum Beispiel. Warum auch nicht?

    Und doch gibt es einen Unterschied: Die Erwartungen

    Junge oder Mädchen

    Wir haben mittlerweile eine Tochter und einen Sohn. Einen Unterschied in der Zuneigung oder Verbundenheit gibt es nicht. Und doch ist es anders: Dadurch, dass mein Mann keine Erwartungen an unsere Tochter hatte, ist ihre Beziehung unbeschwert. Sie kann machen was sie will: Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, worin sie ihn enttäuschen könnte.

    Ist das bei Jungs auch so? Was ist, wenn ein Sohn so ganz anders wird als ein Vater ihn sich vorher vorgestellt hat? Ist der Druck auf Jungs da größer? Und ist der Druck von mir auf meine Tochter größer als auf meinen Sohn, weil ich mich in ihr wieder sehe?

    Wir haben uns diesen Unterschied bewusst gemacht. Und wollen natürlich beiden Kindern gegenüber frei von Erwartungen sein. Doch stecken die Erwartungen an ein „mini me“ vielleicht tief in uns drin? Und: und Können wir uns nicht wehren? Wir sollten zumindest versuchen uns davon freizumachen.

    Ich darf Khalil Gibran zitieren. „ Eure Kinder sind nicht Eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst …. Ihr seid die Bogen von denen Eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden ….“ Und so kann uns das Geschlecht eigentlich egal sein. Wir begleiten unsere Kinder ins Leben. Aus unseren Kindern werden wunderbare Erwachsene. Und das ist alles was zählt.

    Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

    Einen ähnlichen Beitrag hat unsere Autorin Yasmin Neese (DieRabenmutti) geschrieben „Die Crux bei der Geschlechterbestimmung mittels Ultraschall„. Schaut doch mal rein.

    Beitragsfoto: Veronika Galkina / shutterstock
    Foto 2: Maria Sbytova / shutterstock
    Foto 3: Olga Gorchichko / shutterstock