Schlagwort: Schnuller

  • Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Expertenbeitrag: Warum manche Babys unbedingt Schnullern wollen

    Wir freuen uns, Euch heute den Beitrag unserer Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathie Kristin Wentingmann vorzustellen, „Warum manche Babys so unbedingt einen Schnuller wollen“.


    Häufig wird sich mit den Fragen beschäftigt Schnuller ja oder nein, welcher Schnuller. Wie oft soll mein Kind einen Schnuller bekommen. Kann ich die Schnuller Nutzung negativ beeinflussen und wie gewöhne ich meinem Kind den Schnuller wieder ab.

    Die für mich als Osteopathin essentiellere Frage ist viel eher:

    Warum braucht ein Kind einen Schnuller?

    Warum gibt es Kinder, die sehr gut ohne Schnuller auskommen oder nur ab und an einen benötigen/fordern. Und warum können manche Kinder gar nicht ohne Schnuller.

    Jedes Neugeborene hat einen Saugreflex, der der Nahrungsaufnahme und der Selbstregulation in Form von Beruhigung dient.

    Aber nicht jedes Neugeborene braucht einen Schnuller, es gibt sogar einige, vor allem die die Gestillt werden, die den Schnuller schlicht weg ablehnen.

    Nach meiner Erfahrung liegt das daran, dass manche Säuglinge mit dem Schnuller versuchen einen Ausgleich des Craniosakralen (Kopf-Kreuzbein-) Rhythmus zu erreichen.

    Um meinen Ansatz verständlicher zu erklären, muss ich etwas ausholen.

    Stressfaktoren

    Jeder Organismus hat eine individuelle Menge an Stressfaktoren, die er aufnehmen und verarbeiten kann, ohne sicht- und spürbare Anzeichen zu zeigen. Und mit Stress meine ich nicht den Ärger im Büro oder mit dem Partner. Im Körper wird erstmal alles als Stress wahrgenommen, was den natürlichen Regelkreis zur Aufrechterhaltung des inneren physiologischen Gleichgewichts im Organismus (natürliche Homöostase genannt) stört oder negativ beeinflusst.

    Dies können Umwelt Belastungen, Amalgam Füllungen oder Unfälle sein. Etwas spezieller auf den Fall eines Säuglings eingegangen, sind dies z.B. unverträgliche Nahrungsmittel oder übermäßiger Stress. Der durch die Geburt verursacht wurde und von dem er sich ohne Unterstützung von außen nur schwer erholt.

    Erhöhte Streßpegel

    Woran man aber einen erhöhten Stresspegel erkennen kann, ist der Craniosakrale Rhythmus. Dies ist ein Mechanismus, den es in jedem Menschen gibt, der aber bei Babys noch deutlich stärker den ganzen Organismus bestimmt und sich bei Unstimmigkeiten zeigt als bei Erwachsenen.

    Warum ist das so? Das liegt unter anderem daran, dass Babys und Kinder noch nicht so voll gestopft sind mit Informationen und Dingen, die sie auf verschiedenen Ebenen bearbeiten müssen. Ein wesentlicher anderer Grund ist die Tatsache, dass bei Säuglingen die Schädelplatten noch sehr weich und zueinander beweglich verschiebbar sind.

    Der Craniosakrale Rhythmus ist eine wiederkehrende Bewegung im menschlichen System, die unter anderem durch die Zyklische Produktion und den Abbau des Gehirn Wassers (Liquor Cerebrospinalis) entsteht.

    Wenn der Craniosakrale Rhythmus ins Ungleichgewicht gerät, kann das viele verschiedene Ursachen haben, die alle unter einem Begriff zusammengefasst werden können, Stress im Organismus.

    Und das hat hat auch wieder Stress für den Organismus zur Folge.

    Was hat das alles mit einem Schnuller zu tun?

    Wie also lässt sich die Katze, die sich in den Schwanz beißt durchbrechen und was hat das alles mit dem Schnuller zu tun?

    Wie ich schon erwähnt habe, ist der Craniosakrale Rhythmus von der Menge des Gehirnwassers abhängig. Das bedeutet, es findet tatsächlich eine kaum messbare Bewegung statt, die grundsätzlich im ganzen Körper, am Kopf und am Kreuzbein (Sakrum), am stärksten spürbar ist.

    Das bedeutet aber auch, dass sich die Schädelknochen für einen ausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus frei bewegen können müssen.

    Womit wir bei einer möglichen Ursache für einen eingeschränkten, unausgeglichenen Craniosakralen Rhythmus wären. Bei der Geburt schieben sich physiologisch die Schädelknochen des Säuglings übereinander.

    Das passiert zwangsläufig, damit er durch den Geburtskanal gelangen kann.

    Das ist nicht nur ein notwendiges Übel, sondern auch eine, man könnte sagen, Turboaktivierung des Craniosakralen Rhythmus. Denn diese massive Kompression des Schädels bewirkt eine sehr starke Gegenbewegung. Dies führt zu einer Aktivierung des gesamten Systems auf neurologischer Ebene, welche durch eine Kaiserschnittgeburt nicht „automatisch“ aktiviert wird.

    Nach dem die Kinder auf der Welt sind, stellt sich dann ein normaler gleichmäßiger Craniosakraler Rhythmus ein. Dafür ist es aber wichtig, dass sich die Schädelplatten wieder an ihre physiologischen Positionen begeben.

    Wenn der Geburtsvorgang schwierig oder besonders langwierig war, Saugglocken, Zangen oder ein Kaiserschnitt von Nöten waren, kann es sein, dass dies nicht auf natürlichem Weg passiert. In diesen beiden Fällen wird ein ungleicher Druck auf die Schädelplatten ausgeübt und der Besuch einer OsteopathIn empfohlen.

    Das bedeutet Stress im System!

    Stimulation des Craniosakralen Rhythmus durch das Schnullern

    Der zentralste Kern des Neurologischen -, wie auch des Craniosakralen Systems liegt an der Schädelbasis. Und dieser ist im Wesentlichen über dem Gaumendach positioniert.

    Dort ist ein Punkt, den die Kinder mit dem Schnuller unbewusst zu stimulieren versuchen. Der Schnuller wird beim Saugen immer und immer wieder rhythmisch unter den Gaumen gedrückt.

    Dies ist ein Mechanismus, der von Kindern unbewusst als Stimulations- Mechanismus des Craniosakralen Rhythmus genutzt wird.

    Sollten Ihr Kind nicht ohne Schnuller können, macht es Sinn, so früh wie möglich einen Osteopathen auf zu suchen. Und abzuklären, ob dieses Verhalten ein rein psychologischer Versuch ist Stress aus dem System abzubauen.

    Und sollte es nicht an dieser Thematik liegen, dass die Schädelplatten Schwierigkeiten haben sich nach der Geburt an ihre anatomischen Positionen zu bewegen, kann man Osteopathisch auch viele andere Ursachen, die mit Stress Aufbau im Organismus zu tun haben, unterstützend behandeln.

    Auf jeden Fall kann man den Stress im System abbauen. Wenn dies nur kurzfristig eine Verbesserung mit sich bringt und das Schnuller Problem wiederkommt, oder sich andere Auffälligkeiten zeigen sollten, ist es auf jeden Fall ratsam einen weiteren Fachmann aufzusuchen.

    Liebe Grüße

    Eure Kristin (Babytalk Heilpraktikerin/Osteopathin)

    Beitragsfoto: bedya / shutterstock
    Pinterest: bedya & riopatuca / shutterstock
  • Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung – Wie es klappt

    Schnullerentwöhnung: Einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran, wie es war, als euch der Schnuller eines Tages einfach weggenommen wurde. Nicht selten mit viel Tränen und Geschrei. Und selbst wenn die Schnullerfee kam, brauchte es nicht selten noch viel Zeit, bis wieder „Ruhe“ eintrat.

    Aus meiner Arbeit als Therapeut, Vater und Ex-Schnullerkind weiß ich, dass dies, vor allem wenn er plötzlich weg ist, für die Kleinen eine traumatische Erfahrung sein kann.

    Eine Abgewöhnung ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn die Trauma nicht unbedingt lebensbestimmend sind.

    Den Schnuller erst gar nicht bzw. nur in „Extremsituationen“ geben

    Die leichteste Art den Schnuller abzugewöhnen, ist ihn von Anfang an, wenn überhaupt, nur „dosiert zu verabreichen“. Nicht wenige Babys verweigern sich erstmal gar einen Schnuller zu nehmen.

    Der Schnuller ist häufig nur eine Ersatzbefriedigung für Nähe und Geborgenheit. Damit beruhigen sich die kleinen „Schreihälse“, wenn sie etwas überfordert, wie zum Beispiel zu viele Sinneseindrücke, oder sie ihren Willen nicht bekommen oder etwas Anderes ihnen Angst macht.

    Und wenn wir Eltern uns gerade nervlich und/oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sehen unser Kind durch diese „Schreiphase“ hindurch zu begleiten, in dem wir es liebe- und vertrauensvoll in den Armen halten, ist der Schnuller ein probates Mittel.

    Wenn das Kind sich beruhigt hat, „schnippt“ man den Schnuller am besten direkt wieder mit einem Finger langsam aus dem Mund.

    Wenn der Partner oder andere nahestehende Personen „greifbar“ sind, die gerade mehr in sich Ruhen, ist es eine gute Idee ihnen das Baby zu geben, statt dem Baby wieder den Schnuller in den Mund zu schieben.

    Es ist hilfreich, den Kleinen zumindest zwischen durch immer wieder die Erfahrung machen zu lassen, dass sie sich selber beruhigen können.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Wir Eltern können ihnen dabei auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Die nachfolgenden Tipps gelten in dem Fall, dass das Kind gesund ist und nicht gerade extremen Hunger hat.

    • Das Baby auf dem Arm tragen oder anderweitig Körperkontakt herstellen.
    • Ruhig und entspannt bleiben. Dabei können bewusst genommene tiefe Atemzüge helfen, wenn möglich die Kinder dabei animieren, es uns gleich zu tun. Dies kann z.B. ein kleiner „Stupser“ auf den Unterkiefer sein.
    • Beruhigende Lieder singen (oder anderweitig laufen lassen, wobei uns Eltern das Singen auch hilft uns zu entspannen).
    • Bewegen, das Baby mit dem Oberkörper oder Armen schaukeln und / oder gehen.
    Schnullerentwöhnung Baby, das keinen Schnuller möchte

    Entwöhnungsphase

    Wenn sich das Kind an einen Schnuller gewöhnt hat, ist es ratsam, im Alter von 2 Jahren mit der Entwöhnung zu beginnen. Vor allem, weil die Gefahr bei normalen Schnullern sehr groß ist, dass es einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers und der Atmung des Kindes haben kann (nähere Informationen dazu findet ihr unter „Gibt es einen Schnuller ohne Reue?„.

    Tipps zur Schnullerentwöhnung

    Hier einige Tipps zur Schnullerentwöhnung:

    • Immer wenn das Baby schläft vorsichtig den Schnuller herausnehmen bzw. -kicken und falls es dann „quengelt oder droht wach zu werden“ erstmal wieder reinstecken und später nochmal probieren.
    • Wenn möglich dem Kleinkind immer häufiger die Chance geben sich ohne Schnuller (notfalls durch „geborgenes Schreien“) zu beruhigen oder einzuschlafen. Dafür bieten sich Spaziergänge in einem Tragetuch an.
    • Wenn sich das Kind beruhigt hat den Schnuller geben lassen und notfalls herausnehmen. Was zu Beginn ein erneutes Schreien hervorbringen kann, häufig aber schnell angenommen wird.

    Schnullerabgabe

    Bevor man den Schnuller endgültig wegnimmt, ist es hilfreich, wenn das Kind einem zeigen konnte, wie es es schafft, auch ohne Schnuller mal einzuschlafen oder sich zu beruhigen.

    Wenn die Kinder schon älter sind „Belohnungen“, wie zum Beispiel durch die Schnullerfee möglich. Doch „Vorsicht“, die Augen unserer Kinder sind häufig größer als ihr Wille ihren geliebten Schnuller aufzugeben.

    So ist es wichtig sich darüber im voraus im Klaren zu sein und die Abgabe durchzuziehen oder gegebenenfalls noch zu verschieben. Wir sollten in solchen Situationen unsere Entscheidungen nicht zu häufig zurücknehmen.

    Dies merken sich unsere Kinder ganz genau und probieren es immer wieder, mit Geschrei ihren Willen durchzusetzen.

    Ich wünsche Euch allen eine entspannte Zeit der Abgewöhnung. Wenn diese nicht so entspannt Laufen sollte, freue ich mich über Eure (gerne auch anonymen) Schilderungen und werde Euch weitere spezifischere Lösungsvorschläge schreiben.

    Euer Deva  (Babytalk – Redaktion)

    Wir würden uns sehr über Euer Feedback und Eure Erfahrungen und Tipps freuen.

    Beitragsfoto: Petr Bonek / shutterstock 
    Foto 2: bedya / shutterstock
    
  • Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Babys haben ein Recht aufs Schreien bzw. Weinen

    Was ist damit gemeint, „Babys haben ein Recht aufs Schreien“? Soll ich, wenn mein Baby schreit bzw. weint, es einfach Schreien lassen und mich nicht davon „ablenken“ zu lassen? Nein, ganz und gar nicht.

    Dieser Artikel bezieht sich nicht auf sogenannte Schreibabys. Nähere Informationen zu Schreibabys findet ihr unter folgendem Link.

    Hilfe mein Baby schreit. „Als mein kleiner Sonnenschein gerade auf die Welt kam, wurde ich immer fast verrückt vor Sorge, wenn es wieder soweit war.

    Ich konnte es nicht aushalten, da ich immer dachte, wenn ich eine gute Mutter bin, dann bekomme ich mein Baby schnell beruhigt. Und irgendwie war da auch so etwas wie ein „je besser die Mama, desto schneller schreit das Baby nicht mehr oder gar nicht erst!“ in mir …

    In der Tat konnte ich schnell fühlen, warum mein Baby schreit. Aber das hieß leider mitnichten, dass ich es immer sofort beruhigt bekam.

    Denn bei Bauchweh oder einem Wachstumsschub & Co. kann man nicht einfach mal schnell mit einer Flasche oder einer frischen Windel helfen. Und das machte mir sehr zu schaffen, da ich das Schreien als Qual für mein Baby empfand.

    Inzwischen weiß ich, dass Schreien für Babys keine Qual ist, solange man dem Baby vermittelt, dass man sein Möglichstes tut, um ihm zu helfen und es dabei nicht allein lässt und Körperkontakt hält“.


    Baby-Syndrom

    Wenn wir Eltern werden, beginnt neben einer wundervollen spannenden Zeit auch eine schmerzhafte Zeit. In der wir an unsere Hilflosigkeit und manchmal bis zur Verzweiflung gebracht werden.

    Einerseits ist es noch sehr konfliktfrei, da unsere jungen Erdenlinge noch nicht sprechen und somit noch nicht widersprechen können. Andererseits wissen wir häufig nicht, was sie brauchen oder wollen.

    Und da wir diese Süßen so lieben und sie so schutzlos sind, wollen wir sie um alles in der Welt beschützen. Dieses Gefühl kommt vor allem dann hoch, wenn unser Baby schreit. Dieses „Baby-Syndrom“, welches durch das Aussehen von Neugeborenen Tieren und Menschen in uns einen Beschützer, Versorgerinstinkt und nicht zuletzt eine Art „Kuschelbedürfnis“ weckt.

    Überlegt mal, wie viele Katzenvideos ihr schon bei YouTube geschaut habt;-)

    Euer Baby schreit aus Reizüberflutung

    Schreien und Weinen ist abgesehen von der Mimik und in gewisser Weise einer rudimentären Gestik, die einzige Möglichkeit unserer Babys auf sich aufmerksam zu machen. Doch vor allem ist sie eine „Begleiterscheinung“ des Verarbeitens, der vielen neuen Eindrücken. In dieser ihnen so fremden Welt.

    Aus diesem Grund ist es auch ratsam unsere Kinder in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu vielen Eindrücken auszusetzen. Und wenn diese kleinen, so hilflos aussehenden Wunder, dann Anfangen zu schreien, wollen wir dies so schnell wie möglich beenden.

    Was uns in der Regel nicht bewusst ist, dass dieses Schreien eine tief in uns verborgene Traurigkeit weckt. Welche wir verdrängt haben und nicht wieder hochkommen lassen wollen.

    Gebärmutterheimweh: Babys brauchen Nähe und Geborgenheit 

    Was unsere Babys in diesem Moment und auch über die Kinderzeit hinweg brauchen? Ist empathische Nähe. Sie wollen gehalten und „ausgehalten“ werden. Sie allein schreien zu lassen, stärkt ihre „Überzeugung“ – es nicht wert zu sein / nicht liebenswert zu sein. Und wenn sie sich in diesem Fall nach einiger Zeit allein beruhigen, ist es nicht, weil sie es gelernt haben sich selber zu beruhigen. Sondern weil sie aus Resignation ihren hohen Energieverbrauch, den das Schreien verursacht, senken müssen!

    Vielleicht schafft ihr es auch, euch beim Halten eures schreienden Kindes – euer Inneres Kind (ihr als schreiendes Baby oder Kind) vorzustellen.

    Mit oder ohne diese Vorstellung schenkt ihr mit dieser inneren Haltung auch eurem inneren Kind Halt und Geborgenheit. Was zugleich zur Heilung eurer alten Traumata beiträgt.

    Wenn es die Situation erlaubt, ist viel direkter Hautkontakt extrem förderlich!

    Eigene Erfahrung mit meiner Tochter

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Mutter meiner Tochter in ersten Wochen häufig nicht die „Nerven“ hatte. Unsere, häufig wie um ihr Leben schreiende, Tochter zu halten.

    Dann nahm ich sie in meine Arme und lief mit ihr schaukelnd durch die Wohnung. Oder hielt sie einfach auf der Couch sitzend liebevoll in den Armen.

    Auch wenn mich ihr Schreien sehr berührte, hatte ich damals schon das Vertrauen, dass „alles gut ist“. Woher dieses Vertrauen damals kam, weiß ich nicht. Doch ich vermute, es ist in uns allen, wenn wir es denn zulassen.

    Mit meiner heutigen Erfahrung empfehle ich allen dabei bewusst und wenn möglich, durch die Nase ohne größere Unterbrechung zu atmen. Jeder bewusste Atemzug nach oben (in die Brust oder den Kopf) schützt uns, in unsere aufkommenden Gefühle zu fallen bzw. zu versinken.

    Er hilft uns unsere Gefühle zu tragen und wenn wir dies lernen, kommen unsere Kinder nicht in die „Versuchung“, sie für uns zu tragen. Denn das ist es, was alle Kinder machen, wenn ihre Eltern es nicht schaffen.

    Unsere Zweifel verunsichern uns

    Dieses nicht wissen, warum unser Kind so schreit, verunsichert uns mit am meisten. Wir haben Angst etwas Falsches zu tun, bzw. etwas Richtiges nicht zu tun.

    Deswegen möchte ich allen jungen Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, sich und ihrem „Bauchgefühl“ so gut wie möglich zu vertrauen. Und wenn man dies gerade nicht wahrnehmen kann, die eigene Mutter, den Kinderarzt oder seine Hebamme zu fragen.

    Die Erfahrung wird euch zeigen, dass der Grund, warum euer Baby schreit,  nur sehr selten schwere Erkrankungen sind. Außer sie sind mit diesen auf die Welt gekommen. Viel häufiger sind es osteopathische Probleme, bedingt durch die Schwangerschaft oder die Geburt. Diese sind glücklicherweise sehr gut und erfolgreich durch einen Osteopathen zu behandeln.

    Eltern geben immer ihr Bestes

    Und was immer ihr macht, es ist immer das Beste, was ihr in diesem Moment tun könnt. Auch wenn eure Kinder sich häufig mehr wünschen und auch „verdient hätten“.

    Übrigens gibt es fünf „Schrei-Laute“ an denen man häufig erkennen kann, was unsere Kleinen gerade brauchen. NEH-Laute des Babys bedeuten, „ich habe Hunger bzw. will an die Brust“, OWH-Laute des Babys bedeuten, „ich bin müde“, EH – ich muss aufstossen, EAIRH – ich habe Bauchweh und HEH – mir ist nicht gut.

    Auch wenn es für das Baby am hilfreichsten ist, diesen Stress durchs gehaltene Schreien abzubauen, gibt es für die Momente, wo ihr gerade nicht die Nerven und Gelassenheit habt, euer schreiendes Baby zu tragen – die Option, ihm einen Schnuller anzubieten.

    Doch in der Verbindung mit möglichen Kieferschädigungen (Kreuzbiss) fragt man sich als Mutter / Vater schnell, kann ich das meinem Baby antun oder gibt es einen Schnuller den ich ohne Bedenken meinem Kind geben kann?

    Wo finde ich Hilfe, wenn mein Baby schreit?

    Falls Euer Baby aber doch ohne Erkrankung mehrere Stunden am Stück schreit, findet Ihr unter dem folgenden Link eine Schreiambulanz in Eurer nähe.

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

    Und falls ihr auch an einem humorvolleren Zugang zu diesem Thema interessiert seid, findet ihr diesen unter folgendem Link: „Lasst mich doch einfach mal schreien“. Einen humorvollen Beitrag von Karlchen, unserem 6 Monate alten „Babytalk-Experten“.

    Beitragsfoto: Artush / shutterstock