Schlagwort: Hyperemesis

  • Schwangerschaftsübelkeit – der Fluch der ersten Wochen – ein Erfahrungsbericht

    Schwangerschaftsübelkeit – der Fluch der ersten Wochen – ein Erfahrungsbericht

    Schwangerschaftsübelkeit: Ich liege erschöpft in der Sonne und bekomme Schüttelfrost, das erste Zeichen für mich. Es geht wieder los. Genervt stehe ich mit einem kurzen Blick auf die Uhr – 15.38 Uhr von meiner Liege auf. Schleppe meinen müden Körper auf seinen Weg. Auf dem Weg zu meinem Gemach verabschiede ich mich von meinem Freund und meinen Kindern. Ich verschwinde bist morgen früh irgendwann.

    Mein Zufluchtsort ist für die nächsten Stunden und die Nacht, mein Schlafzimmer. Mein Elend kann beginnen, die Schwangerschaftsübelkeit oder auch unter dem Begriff Hyperemesis bekannt, hat mich wieder im Griff. Es dauert nicht lange und ich würge, stoße wie wahnsinnig Luft auf, erbreche immer und immer wieder. Gefühlt habe ich eine symbiotische Beziehung zu meiner grünen Schüssel. Sie begleitet mich in diesen Momenten.

    Die Schwangerschaftsübelkeit läßt meine Zuversicht weichen

    Ich leide, fühle mich elendig. Meine Zuversicht weicht dem Gejammer. Die Geräusche außerhalb meines Zimmers nerven mich. All meine Sinnesorgane würde ich gerne verschenken. Ich kann nichts riechen, selbst mich nicht. Und laute Geräusche werden wieder unerträglich. Geschmacklich kann mich nicht mal meine geliebte Cola zum trinken überzeugen.

    Alle Lebensmittel werden nach ihrer Erbrechbarkeit analysiert. Apfelmus ist gerade mein Favorit. 5 Löffel habe ich heute geschafft. Das geht nun schon 4 Wochen so, 4 Kilogramm weniger, nichts hilft. Auch Medikamente bringen keine Besserung, außer noch mehr Müdigkeit. Sie wird eine meiner täglichen persönlichen Wiederauferstehungen.

    Jeden Tag auf´s neue, Jammern, Kübeln, auf Schlaf hoffen. Irgendwann in den Schlaf finden, um am anderen Morgen aufzustehen und zu hoffen, dass meine Schwangerschaftsübelkeit vorbei oder wenigstens ein wenig besser geworden ist. Dann frühstücken (lächerlich kleine Portionen), mich erholen, um dann spätestens ab 14.00 Uhr zu merken, sie schleicht wieder um mich.

    Lebensqualität ist was anderes

    In diesen von  Schwangerschaftsübelkeit geprägten Wochen verliert man alle Lebensqualität. Es ist ein reines Existieren.  An manchen Tagen sogar weniger als das. Das in dieser Zeit der Gedanke an einen Abbruch hochkommt, kann ich gut nachvollziehen. Dies würde zu einer sofortige Verbesserung der Situation führen. Hätte aber langwierige Folgen. Es ist ein Kampf an das Positive zu denken und guter Hoffnung zu bleiben. Wir Gebärende brauchen dann mehr als nur Medikamente. Eine Haushaltshilfe, positive Worte – wir brauchen Ganzheitliche Unterstützung und das am besten 24 Stunden am Tag.

    Eure Anja (Babytalk – Hebamme)

    P.S Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen hielten leider weitere Wochen an. Irgendwann war ein Krankenhausbesuch nicht mehr umgänglich. Ambulant lies ich mir Infusionen geben. Schon bei meiner anderen Tochter lag ich 4 Wochen stationär, das wollte ich dieses Mal auf keinen Fall.

    Wie dann später die Geburt verlief, könnt ihr hier nachlesen.

    Beitragsfoto:  Dean Drobot / Canva
  • Hyperemesis – ist nicht einfach nur eine Schwangerschaftsübelkeit!

    Hyperemesis – ist nicht einfach nur eine Schwangerschaftsübelkeit!

    Vor einigen Monaten gab es so gut wie kein Magazin bzw. Blatt, welches nicht den Augenmerk auf Prinzessin Kate in England richtete, die mit ihrem dritten Kind schwanger ist und an Hyperemesis litt.

    Uns fällt auf, dass es nach wie vor sehr wenige Stellen gibt, die mit dieser Schwangerschaftserkrankung fair umgehen und möchten Euch aus diesem Grund Einblick geben.

    Ich hatte in der Schwangerschaft mit meiner Tochter mit genau diesem Problem zu kämpfen:

    Die Schwangerschaft mit meiner Tochter (heute fünf Jahre alt) begann zunächst sehr entspannt. Die ersten sieben Wochen waren sehr angenehm, das einzige, was ich merkte waren seltsame Gelüste, was das Essen betraf.

    Ab der achten Schwangerschaftswoche begann eine normale Morgenübelkeit, die ich allerdings mit viel Fencheltee ganz gut in den Griff bekam.

    Hyperemesis in der 13. SSW

    Das erste mal haute mich die Hyperemesis in der dreizehnten Woche so richtig um.

    Der Papa der Kleinen und ich waren in der Stadt unterwegs, als ich plötzlich nicht nur wackelig auf den Beinen war, sondern auch einen schrecklichen Brechreiz hatte.

    Ich kam von der Toilette eines Restaurant nicht mehr weg, da ich immer, sobald ich versuchte, mich auf die Beine zu stellen, erneut brechen musste.

    Hyperemesis Schwangere Frau liegt an einem Tropfer angeschlossen im Bett

    Krankenhausaufenthalte in meiner Schwangerschaft

    An diesem Tag wurde ich das erste mal stationär in einem Krankenhaus aufgenommen.

    Dort verbrachte ich direkt erstmal sechs Wochen am Tropf, da ich nicht mal einen einzigen Schluck Tee oder Wasser in mir behielt.  Von Essen ganz zu schweigen …

    Ich konnte mich kaum bewegen, war extrem erschöpft und konnte mich nicht eine Minute auf ein Buch oder Zeitschrift konzentrieren.

    Die Zeit im Krankenhaus habe ich allerdings als sehr positiv in Erinnerung, da ich dort einfach meinen Bedürfnissen nachgehen konnte und zu nichts gezwungen wurde.

    Ich schrieb viel Tagebuch für die Maus, lag unfassbar viel im Bett und hörte Hörbücher, auch wenn ich meistens am Abend  nicht mehr wusste, wovon sie handelten …

    Dort habe ich dann übrigens auch damit begonnen meinem ersten Blog zu schreiben.

    Die Infusionen verhinderten, dass ich austrocknete. Die Krankenschwestern waren super lieb, und blöden Fragen musste ich mich wegen meines „Unwohlseins“ auch nicht stellen.

    In der Mitte der Schwangerschaft ging es ein paar Wochen ganz gut. Sprich, „ich musste nur drei mal am Tag brechen und nicht rund um die Uhr“ und ich konnte das Krankenhaus erst einmal verlassen.

    Doch im sechsten Monat ging es wieder extrem mit meinem Brechen los und ich lag wieder auf meiner zu meiner zweiten Heimat etablierten Station.

    Hyperemesisi Behandlung mit Akupunktur

    Mit Akupunktur und Infusionen wurde ich gegen das Brechen behandelt. Zum Glück war mein Frauenarzt der Belegarzt in dem Krankenhaus, wodurch mit auch erspart blieb, nicht ernst genommen zu werden.

    Ich möchte betonen!, dass es handelt sich bei dieser unangenehmen Schwangerschaftserkrankung nicht einfach nur um eine ausgeprägte typische Morgenübelkeit handelt!

    Hyperemesis würde ohne Behandlung zu Austrocknung und Nährstoffmangel führen, was sowohl der Mutter als auch dem Fetus gefährden und / oder schaden würde.

    Liebe Grüße

    Eure Mira

    Hier findet ihr einen weiteren Erfahrungsbericht unserer Hebamme Anja Lehnertz zu Hyperemesis, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: PhotoMediaGroup / shutterstock
    Foto 2: Roman Kosolapov / shutterstock