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  • Der Stillstreik – wenn dein Baby die Brust anschreit

    Der Stillstreik – wenn dein Baby die Brust anschreit

    Stell dir vor, dein Stillbaby hat Hunger und anstatt zu trinken, schreit es völlig verzweifelt die Brust an. Es streckt sich in deinem Arm durch, ist völlig außer sich und man merkt, dass es gerade sehr verzweifelt ist. Dies nennt man einen Stillstreik. Nur WARUM fragt ihr euch sicherlich.

    So einen Stillstreik erleben die meisten Stillmamis mindestens einmal in der Zeit, in der sie ihr Kind stillen. Und es ist für alle zunächst einmal sehr irritierend. Ist das Stillen bisher Beruhigungsmittel Nummer Eins für das Baby gewesen, so hat man nun das Gefühl, dass seine Wut noch mehr wächst, sobald man es anlegen möchtest …

    Erst einmal: Verfallt nicht in Panik. Der Instinkt von uns Mamas setzt in uns Stresshormone frei, sobald unser Baby schreit. Und wenn wir dann auch noch Sorge haben müssen, dass unser Baby satt wird bzw. genug Flüssigkeit zu sich nimmt, sind unsere Nerven extrem unter Druck gesetzt.

    Doch gerade in dieser Situation heißt es: Einen kühlen Kopf bewahren!

    Frage 1: Warum schreit euer Baby die Brust an?

    Die Antennen von Babys sind so unfassbar fein justiert, dass es für Erwachsene sehr schwer ist, den Grund für das Abwenden von der Brust der Mama herauszufinden.

    Zunächst einmal könnte es an der Ernährung in den letzten Tagen liegen. Habt ihr etwas gegessen, was dem Kind eventuell Bauchschmerzen verursachen könnte? Es ist kaum zu glauben, aber Babys riechen so etwas schon, bevor sie die Milch aus der Brust probiert haben!

    Aber auch ein Störfaktor in der Umgebung könnte ein Grund für einen Stillstreik sein. Hat sich im Raum, in dem ihr stillt etwas verändert? Riecht der Raum anders? Hat sich das „Gefühl“ des Raumes verändert?

    Ein Baby braucht zum Trinken das Gefühl, dass die Situation um Euch beide herum gerade absolut keine Gefahr beinhaltet. In diesem Zusammenhang prüft auch einmal eure eigenen Emotionen im Augenblick:

    Regt ihr euch gerade über etwas auf? Liegt Streit in der Luft? Oder: Seid ihr gerade sehr in Freude geraten (auch sehr starke positive Gefühle irritieren Babys)?

    Frage 2: Was mache ich, damit mein Baby nicht verhungert?

    Hier ist eure ganze Aufmerksamkeit gefragt. Denn instinktiv greifen viele Mamis zur Flasche, um das Baby zu sättigen. Das ist auch absolut nachvollziehbar und nicht direkt verkehrt.

    Macht dies aber bitte nur in Begleitung einer Hebamme oder Stillberaterin, denn ohne eine kompetente Begleitung passiert es vielen Müttern, dass das Baby aus Versehen abgestillt wird.

    Die Flasche trinkt sich viel leichter als die Brust. Und auch, wenn ihr die Milch abpumpt, ist dieser Vorgang nicht gleichzusetzen mit dem Trinken des Babys.

    Spürt in euch hinein, ab wann es besser wäre jemanden zur Hilfe hinzuziehen. Wenn das Baby nur einmal zum Zeitpunkt einer Mahlzeit in einen Stillstreik verfällt, ist das alles natürlich kein Problem. Ihr könnt die Milch abpumpen und dem Baby in der Flasche anbieten, ohne gleich Hilfe holen zu müssen.

    Sollte der Stillstreik aber über Tage hinweg aufrecht erhalten bleiben und ihr gerne wieder voll stillen möchtet, lass euch beraten. So verhindert ihr, dass ihr traurig nach mehreren Tagen feststellen müsst, dass die Milch weniger wird .

    Ich wünsche euch, dass diese Phase möglichst schnell vorüber geht. Bei LA LECHE LIGA  findet ihr übrigens professionelle Hilfe bei Stillproblemen:

    In Deutschland: LA LECHE LIGA

    Österreich: LA LECHE LIGA

    Schweiz: LA LECHE LIGA

    Luxemburg: LA LECHE LIGA

    Liebe Grüße

    Eure Mira (Babytalk-Redaktion)

    Kommentar einer Leserin:

    Mein Sohn hat solche Phasen immer wenn er grad einen „Wachstumsschub“ hat.. also diese Entwicklungsschübe, die im ersten Jahr in gewissen Abständen auftreten ca. um die 5. 8. 12. etc… Woche. Er ist dann immer ein bis drei Tage (meistens beginnt es am Nachmittag bis zum späten Abend) ziemlich durch den Wind.

    Man kann ihm dann nichts recht machen und auch die Brust, die sonst alles wieder gut macht wird nur angeschrien … Bei ihm hilft es gut es einfach immer wieder zu probieren und auszusitzen … irgendwann trinkt er dann doch (Hunger ist halt der beste Koch) und nach ein paar Stunden ist der Spuk zum Glück meistens wieder vorbei.

    Kann da nur das Buch „Oje, ich wachse“ empfehlen! Ich finde man versteht die Kleinen dann einfach besser wenn sie mal wieder Terror machen und du weist was da grad im Gehirn von so einem Baby abgeht welche neuen Eindrücke es gerade verarbeiten muss usw.

    Und das tolle ist es steht dann auch immer was sie danach alles neu können bzw. lernen und dann hat man auch immer was auf das man sich freuen kann, wenn die Phase vorbei ist.

    Nicole Schernhorst

    Beitragsfoto:Stillstreik: Thawornnurak / shutterstock
  • Beim Langzeitstillen scheiden sich die Geister

    Beim Langzeitstillen scheiden sich die Geister

    Heute haben wir ein sehr brisantes Thema für Euch. Denn beim Thema Langzeitstillen scheiden sich die Geister. Unsere Babytalk-Autorin Tamara hat hier ein paar Informationen sowie einen Einblick in ihre persönliche Still-Erfahrung aufgeschrieben. Ihren Blog findet ihr übrigens unter http://nestwaerme.li/.


    Langzeitstillen

    „Langzeitstillen“ ist nichts, das man plant, oder: planen kann. Denn zu einer Stillbeziehung gehören immer zwei und im Idealfall beendet man diese einvernehmlich. Die Weltgesundheitsorganisation kurz WHO sagt dazu:

    6 Monate voll stillen ist super und dann gerne 2 Jahre oder darüber hinaus, zusätzlich zur Beikost, wobei die (Mutter)milch zumindest im ersten Jahr noch Hauptnahrungsmittel ist.

    Und auch wenn wir hier durchaus genügend Alternativen zur Muttermilch haben, birgt das Langzeitstillen viele Vorteile für Mutter und Kind.

    Die Muttermilch ist sehr gehaltvoll und schützt die immer mobiler werdenden Kinder vor Krankheitserregern. So sind diese auch nach der Einführung von Beikost optimal mit Nährstoffen, Vitaminen, Abwehrstoffen und Kalorien versorgt.

    So steigt die Zahl der Immunglobuline mit etwa 6 Monaten stark an und dem Bedürfnis nach mehr Energie wird mit einem höheren Fettgehalt der Muttermilch Rechnung getragen.

    Wissenschaftler sind sogar zu dem Schluss gekommen, dass Langzeitstillen späterem Übergewicht vorbeugt und die Möglichkeit an bestimmten Krankheiten zu erkranken, mindert. Auch für die Mutter lohnt es sich, denn je länger sie stillt, desto geringer wird ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Nicht zuletzt liegen auch die praktischen Vorteile auf der Hand, von denen ich weiter unten berichte.

    Meine Erfahrungen mit dem Langzeitstillen

    Um von meinen Erfahrungen zu sprechen: ich habe meine Tochter 4,5 Jahre lang gestillt. Zuletzt vermutlich trocken. Da war ich nämlich mit meinem jetzigen Stillkind schwanger und sie nuckelte nur noch selten und sehr kurz. Da es mir, bedingt durch die Schwangerschaft, auch unangenehm wurde, bat ich sie dann jeweils auch darum, es nicht mehr zu tun, „weil es mir weh mache“.

    Und so war es dann kurze Zeit später das letzte Mal. Wir sind in diese lange Stillbeziehung hineingewachsen und das war richtig spannend. Kurz vor dem 2. Geburtstag trank sie eine Zeit lang seltener an der Brust, so dass ich dachte, sie stille sich ab, danach wurde es dann aber irgendwann wieder mehr. Natürlich ass sie normal vom Tisch. Das Stillen diente nur noch bedingt der Nahrungsaufnahme.

    Mama tanken

    Sie wollte als Kleinkind immer dann an die Brust, wenn sie müde war, so stillte ich sie lange abends und nachts in den Schlaf und sie kam auch kurz an die Brust um „Mama zu tanken“, wenn sie sich weh tat, mit dem Bruder Streit hatte oder ähnliches.

    Auch für mich waren diese Momente immer sehr schön. Ich musste mich aktiv besinnen, alles weglegen und kam so jedes Mal selber zur Ruhe. Ich genoss die Nähe zu ihr, konnte ihr über’s Haar streichen und Pause machen.

    Stillen in der Öffentlichkeit

    Mit der Zeit stillte ich sie eigentlich nur noch zuhause. Nur im Hallenbad wollte sie zwischendurch mal an die Brust, was ich auch zu ließ. Gestört hat das nie jemanden, wobei ich mich weder exponierte, noch mich dafür irgendwo versteckte. Für mich war es nie etwas Unnatürliches.

    Obwohl es gerade mal ein Jahr her ist, dass ich sie nicht mehr stille, wäre es für mich heute nicht mehr vorstellbar. Sie ist, seit das Baby da ist, eben einfach von heute auf morgen ungeheuer groß geworden. Vorher war immer sie das Baby. Jetzt ist sie eben die Große.

    Stillen in der Öffentlichkeit“ ein Beitrag von unserer Autorin Verena, Hinweis der Redaktion.

    Kind entschied den Moment des Abstillens

    Ich bereue es kein bisschen, so lange gestillt zu haben. Ich trug auch trotzdem irgendwann wieder normale BHs. Und ich band keinem auf die Nase, dass wir noch stillen, war aber immer ehrlich, wenn ich gefragt wurde. Niemand störte sich daran. Und das Schönste: ich konnte wirklich mehr oder weniger meine Tochter entscheiden lassen.

    Auch wenn zum Schluss vielleicht ich der ausschlaggebende Punkt war, so „schleifte“ sich das Stillen doch schon zuvor über Monate hinweg immer mehr aus. Es gab schon lange vor dem letzten Stillen mehrere Tage in Folge, an denen sie gar nicht mehr an die Brust wollte, auch wenn ich es ihr anbot.

    Mit 4 Jahren schlief sie auch schon durch und brauchte die Brust nur noch sporadisch zum Einschlafen. Kuscheln reichte ihr meistens.

    Langzeitstillen – Eine wunderbare Erfahrung

    Und so war es für uns eine wunderbare Erfahrung und ein Glück, so lange Stillen zu können und ich bin nun sehr gespannt, wie es mit meinem nun 6 Monate alten, noch voll gestillten Baby wird. Bestimmt wieder spannend, denn ich merke schon jetzt, dass dieses Stillkind wieder einen ganz anderen Charakter hat!

    Verständlicherweise ist Langzeitstillen nicht für jede Mama etwas… manche lassen es für sich offen, andere setzen sich „Deadlines“ (und halten sie dann gar nicht ein) und für wieder andere kommt irgendwann aus verschiedenen Gründen dann doch der Punkt, abzustillen. Was denkt Ihr darüber?

    Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

    Übrigens haben wir noch einen Linktipp für Euch: Auf Stillkinder.de sind viele gute Tipps zum Stillen zu finden, unter anderem auch, ob es gut für das Kind ist, schon nach dem fünften Monat abzustillen.

    Beitragsfoto: sittipong kitsamran / shutterstock
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