Kategorie: Hebammenschülerin

  • Hautpflege beim Baby – von der Hebammenstudentin

    Hautpflege beim Baby – von der Hebammenstudentin

    Hallo Ihr Lieben,

    heute geht es um das Thema Hautpflege beim Baby.

    Inzwischen ist schon wieder einiges an Zeit vergangen und ich melde mich aus dem fünften, fast sechsten Semester bei euch:) Das Hebammenstudium ist also in den letzten Zügen und ich habe bereits so unfassbar viel gelernt und gesehen. Ich könnte vor Ungeduld fast platzen, um das ganze Wissen, welches ich für wichtig erachte, dass Eltern es bekommen, in die Welt hinaus zu tragen.

    Heute widmen wir uns einem Thema, welches insbesondere die Zeit NACH der Geburt betrifft:

    Wie pflege ich die Haut meines Babys?

    Dazu muss man zunächst einmal wissen, warum sich die Haut eines Babys von der Erwachsenen Haut grundlegend unterscheidet:

    Das neugeborene Kind kommt aus einer Welt, in der es bis zu zehn Monate lang im wohlig warmen Fruchtwasser eingebettet, in Mamas Bauch verbracht hat.

    Und plötzlich ist es kalt, trocken und man muss nach der Geburt nicht nur atmen und verdauen können, sondern auch noch lernen die Körpertemperatur zu halten.

    All das ist neu für das Baby. Und die Haut ist auch, wenn man sich mal überlegt wie viel Prozent diese im Verhältnis zum restlichen Körper ausmacht. Es ist das größte Organ im menschlichen Körper.

    Wer weiß schon, dass die Babyhaut fünf Mal dünner ist als die Haut eines Erwachsenen. Wenn man sich das nun im Detail anschaut, ist es sogar so, dass die Hornschicht um 30% dünner ist als bei einem Erwachsenen.

    Daran erkennt man bereits, dass die Babyhaut ganz andere Bedürfnisse hat und eine andere Art der Pflege benötigt.

    Grundsatz gilt bei der Hautpflege von Babys: Weniger ist mehr!

    Da die Haut noch sehr viele Entwicklungsschritte vor sich hat und sich nach und nach an das Leben außerhalb des Fruchtwassers anpasst, sollte man eines ganz besonders vermeiden: Unnötiges Reizen durch falsche oder zu viel Hautpflege.

    Und dazu gehört auch das Baden, Waschen und Cremen. Denn die Haut hat ein ganz eigenes Schutzsystem, welches in der Regel immer perfekt auf den Zustand abgestimmt ist und sich selbst durch eigene Fette und Substanzen perfekt schützt.

    Nun kann man sich aber auch vorstellen, das Stuhlgang, Schweiß, Urin und auch die Milch, die ggf. mal aus dem Mund wieder heraus blubbert, nicht unbedingt dieser Schutzschicht gut tun. Insbesondere harnhaltige Substanzen wie Urin und Schweiß sind besonders angriffslustig, wobei Schwitzen extrem wichtig für die Wärmeregulierung des Babys ist. Und Urin ist halt nun mal in Windeln, je nach Material, längere Zeit in der Nähe der Haut. Das ist lediglich bei Babys, die windelfrei aufwachsen ein zu vernachlässigendes Problem.

    Alle Substanzen, die man der Haut zusätzlich auf das eigene Schutzsystem hinzufügt, haben einen Einfluss auf die Funktion dieser Barriere. Deswegen gilt, dass man ein Baby am besten mit klarem, warmen Wasser wäscht und möglichst wenig cremt. Das Baden sollte maximal zwei Mal pro Woche stattfinden.

    So kann man die Haut am besten davor schützen, dass sie austrocknet oder die eigene Schutzfunktion verliert.

    Nun leben wir und unsere Babys aber in beheizen Räumen und tragen Kleidung. Das ist zwar auch gut so, denn sonst würden wir sehr frieren, aber manche Haut reagiert sehr empfindlich auf trockene Luft, wie beim Heizen und wird trocken und spröde.

    In diesen Fällen kann man die Haut mit hochwertigen Cremes unterstützen:

    Welche Produkte sind denn für die Hautpflege von Babys besonders geeignet?

    Am besten sind natürliche Produkte geeignet, die möglichst parfümfrei sind und wenig Chemie enthalten, die zur Konservierung zugegeben wird. Zum Beispiel gibt es hochwertige Öle und Cremes, die auf biologischer Basis und inhaltlich auf das wesentliche reduziert sind. Diese Produkte erkennt man unter anderem daran, dass sie beispielsweise der Kategorie „Clean Beauty“ zugeteilt sind.

    Ganz viele wirklich tolle und ergänzende Tipps zum Thema Hautpflege bei Babys hat die Hebamme Evi Bodman hier in einem sehr ausführlichen Beitrag aufgeführt: Trockene Haut bei Babys.

    Denkt daran, dass ihr mit dem Kauf hochwertiger Produkte der Haut eures Babys einen großen Gefallen tut. Und ihr werdet sehen, wie viel Zeit ihr spart, wenn ihr nicht täglich euer Baby badet:)

    Liebe Grüße
    Eure Mira

  • Ausbildung zur Hebamme, Kati stellt sich vor

    Ausbildung zur Hebamme, Kati stellt sich vor

    Hallo, ich denke es ist Zeit mich vorzustellen. Wer ist diese Frau bzw. die Hebammenschülerin, die ab sofort regelmäßig über ihre Ausbildung berichten wird?

    Ich bin Kati, 29,12 Jahre alt und wollte als Kind eigentlich Sängerin werden. Ja, Sängerin, inspiriert von der Mini Playback Show habe ich Zuhause einen Auftritt nach dem anderen hingelegt. Das es den Beruf der Hebamme gibt, war mir damals gar nicht bewusst.

    Letztendlich habe ich dann meinen Abschluss gemacht, wurde Mutter und habe eine Ausbildung im grafischen Bereich gemacht. Das hatte so gar nichts mit singen zu tun und schon während der Ausbildung habe ich gemerkt – ne, das ist nichts für dich Kati.

    Attachment Parenting – ein Alien auf einem fremden Planeten

    Dann kam mein zweites Kind und ich fühlte mich wie ein Alien auf einem fremden Planeten. Wisst ihr, damals gab es den Begriff „Attachment Parenting“ und „Bindungs- bzw. Bedürfnisorientiertes Familienleben“ nicht. Mein Kind wurde getragen, mit Stoff gewickelt und hat im Familienbett geschlafen. Familienbett – noch so etwas wovon 2012 noch kaum einer von sprach.

    Vielleicht sollte ich erwähnen, das ich auf dem Land lebe. Ihr könnt euch mich also als Alien vorstellen, mit Baby im Tragetuch gebunden, mitten auf der Kuhweide stehend. Genauso habe ich mich gefühlt. Auf dem Land wurde 2012 kaum ein Baby getragen. Ab und zu sah man eine Manduca oder auch mal eine Baby Björn- oh oder!!!! den Glückskäfer Rucksack. Kennt ihr den? Ein Urrrrralter Tragesack! Heute würde man nicht mal seine Baby Born damit tragen.

    Jedenfalls war ich da nun, dieser Alien, mit diesen außergewöhnlichen Vorstellungen von der Eltern-Kind-Beziehung. Und ich wollte nicht länger der einzige Alien auf der Kuhwiese sein. Ich wollte allen zeigen, wie cool es ist, ein Alien zu sein. Wie wunderbar unsere Sicht auf die Welt ist und das „anders sein“ nichts schlimmes ist, sondern etwas wunderschönes.

    Schritt in die Selbstständigkeit

    Ich besuchte die ersten Fortbildungen. Schnell kamen weitere dazu. Und noch mehr, und mehr. Und schon war ich selbstständig. Als Trageberaterin, prä- und postnatale Fitnesstrainerin, Kinderyoga Lehrerin, Kursleiterin für bindungsorientierte Krabbelgruppen, Elternberaterin… und und und.

    Sechs Jahre lang habe ich als meine eigene Chefin gearbeitet, Kurse geleitet und stand am Ende mit hunderten von weiteren Aliens Hand in Hand auf meiner Kuhwiese.

    Die Jahre waren hart. Ich musste, um mich und meine Existenz kämpfen und habe jahrelang eher draufgezahlt, als Geld verdient. Aber ich war glücklich. Glücklich über meine Arbeit, die ganzen zufriedenen Schwangeren und Eltern und über all die strahlenden Kinderaugen.

    Hebammenschülerin – meine Ausbildung

    Es gab jedoch etwas, was mich überhaupt nicht glücklich gemacht hat. Und das war die Geburtshilfe in unserer Umgebung. In den Jahren durfte ich einige Geburten als moralische Unterstützung begleiten. In dieser Zeit bin ich auch zum dritten Mal Mutter geworden und in meinen Kursen gab es immer wieder Frauen, die von ihren fürchterlichen Erlebnissen in den Kliniken berichtet haben.

    Viele der Frauen hatten zudem keine Hebamme. Denn obwohl sie sich bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche auf die Suche machten, konnten sie einfach keine mehr finden. Vor 2 Jahren, bei einer Geburt einer Kursteilnehmerin, die mittlerweile eine Freundin geworden ist, kam dann der entscheidende Moment. Dieses Klicken, dieser eine Satz: Warum bist du keine Hebamme? Du bist so unglaublich gut und jede Frau dieser Welt bräuchte eine Geburtsbegleiterin wie dich!!! – Und direkt dazu kam auch schon die Antwort: Ja, warum eigentlich nicht?!!

    Ich habe 2 Bewerbungen geschrieben für 2 Hebammenschulen. Und an beiden wurde ich händeküssend angenommen. Ich habe mich für die größere Klinik entschieden und bin nun seit dem 01.04. tatsächlich Hebammenschülerin. Schülerin. Mit 29,12 Jahren und drei Kindern.

    Es war nicht einfach, meine Firma abzugeben. Aber ich weiß, ich gehe als Hebammenschülerin den richtigen Weg. Ich möchte einen neuen Grundstein in der Geburtshilfe in unserer Region setzen. Jede Frau soll das Recht auf IHRE Geburt haben. Eine Geburt, die nicht nur auf dem Rücken liegend im Kreißbett stattfindet. Eine Geburt mit wenig so wenig Interventionen wie möglich und soviel wie nötig! Und eine 1:1 Betreuung, egal ob im Krankenhaus, Geburtshaus oder bei einer Hausgeburt.

    Hebammenschülerin – ich nehme euch mit

    Vor mir liegen nun fast 3 Jahre Ausbildung und ich reiche euch die Hand. Begleitet mich auf diesem Weg. Er wird gepflastert sein mit Tränen der Freude und Trauer, Wut, Enttäuschung und sicher auch einigen Niederlagen. Aber ich verspreche euch, wir gehen ihn gemeinsam. Bis zum Schluss – bis zum Examen!!!

    Eure Kati (Babytalk – Hebammenschülerin)

    Hierüber werdet ihr demnächst weitere Beiträge von Kati und ihre Ausbildung zur Hebamme erfahren, Hinweis der Redaktion.

    Beitragsfoto: Monkey Business Images / shutterstock